
Medizinisches Cannabis verständlich erklärt
Cannabis Glossar
Kompakte und verständliche Erklärungen zu wichtigen Begriffen rund um medizinisches Cannabis.
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A
Amnesia Haze ist eine Sativa-dominante Cannabissorte, die für ihren hohen THC-Gehalt und ihr intensives zitroniges Aroma bekannt ist. Sie entstand aus der Kreuzung mehrerer Landrassen, darunter thailändische, jamaikanische und hawaiianische Sativas. Diese genetische Vielfalt verleiht Amnesia Haze ihre komplexen Aromen und Geschmacksnoten, die von Zitrusfrüchten bis zu erdigen Untertönen reichen. Die Sorte hat dichte, harzige Blüten und eine lange Blütezeit, was sie besonders bei erfahrenen Anbauern beliebt macht. Amnesia Haze ist bekannt für ihre hohe Harzproduktion und wird häufig zur Extraktherstellung verwendet [1].
Der Anbau von Cannabis kann entweder indoor oder outdoor erfolgen und erfordert eine sorgfältige Kontrolle von Licht, Temperatur, Feuchtigkeit und Nährstoffen. Beim Indoor-Anbau werden künstliche Beleuchtungssysteme wie LED- oder HID-Lampen verwendet, um das Pflanzenwachstum zu optimieren. Outdoor-Anbau nutzt natürliche Sonnenenergie, wobei die Pflanze den saisonalen Wetterbedingungen ausgesetzt ist. Anbaumedien variieren von Erde bis zu hydroponischen Systemen. Die Auswahl der Anbaumethode beeinflusst das Endprodukt erheblich, einschließlich Ertrag, Aroma und Cannabinoid Profil. Beim Anbau müssen gesetzliche Vorschriften strikt beachtet werden [2]
Cannabis kann auf verschiedene Arten konsumiert werden, je nach medizinischem Bedarf und Vorlieben des Nutzers. Häufige Applikationsformen sind Inhalation (Vaporizer, Rauchen), orale Einnahme (Öle, Kapseln, Edibles) und topische Anwendung (Salben, Lotionen). Inhalation bietet eine schnelle Aufnahme der Cannabinoide über die Lunge, während orale Produkte eine längere Wirkdauer haben. Topische Produkte wirken lokal auf der Haut. Zudem gibt es sublinguale Tinkturen, die unter die Zunge getropft werden und eine rasche Aufnahme über die Mundschleimhaut ermöglichen. Jede Applikationsform hat spezifische Vorteile und Einsatzmöglichkeiten [3], [4].
Das Aroma von Cannabis wird maßgeblich durch Terpene bestimmt, organische Verbindungen, die in den Harzdrüsen (Trichomen) der Pflanze produziert werden. Unterschiedliche Cannabissorten enthalten einzigartige Terpenprofile, die Aromen von fruchtig, zitrusartig und blumig bis hin zu erdig, würzig und holzig erzeugen. Häufige Terpene in Cannabis sind Limonen (zitronig), Myrcen (erdig, moschusartig) und Pinene (kiefernartig). Das Zusammenspiel der Terpene trägt auch zum Geschmack bei. Darüber hinaus beeinflussen Anbaumethoden, Trocknung und Aushärtung das endgültige Aroma. Das komplexe Duftprofil macht Cannabis unverwechselbar und charakteristisch [5].
B
Das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) regelt in Deutschland den Umgang mit Betäubungsmitteln, einschließlich Cannabis. Es definiert Anbau, Herstellung, Handel, Erwerb und Besitz von Betäubungsmitteln sowie deren Verschreibung durch Ärzte [7].
BHO steht für Butane Hash Oil, ein hochkonzentriertes Cannabis-Extrakt, das mit Butangas extrahiert wird. Das Verfahren umfasst das Durchspülen von Cannabisblüten oder -trimm mit Butangas, um Cannabinoide und Terpene zu extrahieren. Das Lösungsmittel wird dann verdampft, wodurch eine wachsartige, harzige Substanz entsteht. Das Endprodukt kann unterschiedliche Konsistenzen haben, darunter Shatter (hart und zerbrechlich), Wax (weich und wachsig) und Budder (butterartig). Da Butan hochentzündlich ist, erfordert die Herstellung strenge Sicherheitsmaßnahmen. BHO wird häufig in Vaporizern oder Dabbing-Rigs verwendet und ist wegen seines hohen THC-Gehalts beliebt. BHO ist nicht für den medizinischen Gebrauch vorgesehen [6].
Die Blütephase ist eine entscheidende Wachstumsphase der Cannabispflanze, in der Blüten (Buds) gebildet werden. Sie beginnt, wenn die Lichtstunden reduziert werden, beispielsweise auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit beim Indoor-Anbau. Während dieser Phase entwickeln sich harzreiche Blüten, die hohe Konzentrationen an Cannabinoiden und Terpenen enthalten. Die Dauer der Blütephase variiert je nach Sorte: Indica-Sorten benötigen oft 6–8 Wochen, während Sativa-Sorten bis zu 12 Wochen blühen können. Nährstoffe und klimatische Bedingungen beeinflussen das Wachstum und die Qualität der Blüten erheblich [8].
Breeding bezeichnet die gezielte Kreuzung von Cannabispflanzen, um neue Sorten mit spezifischen Eigenschaften zu entwickeln. Durch die Kombination von Genetik verschiedener Sorten können Merkmale wie Aroma, Cannabinoidprofil, Ertrag und Resistenz gegen Schädlinge verbessert werden. Breeder wählen gezielt männliche und weibliche Pflanzen aus, um gewünschte Eigenschaften zu verstärken und unerwünschte zu minimieren. Es gibt verschiedene Züchtungsmethoden, darunter selektive Zucht, Inzuchtlinien (IBL) und Hybriden. Die daraus resultierenden Sorten können Sativa-, Indica- oder Hybridcharakteristika aufweisen und so den Bedürfnissen der Konsumenten angepasst werden [10].
„Bud“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die getrockneten Blüten der Cannabispflanze, die den höchsten Cannabinoid- und Terpengehalt aufweisen. Sie bestehen aus dichten, harzreichen Blütenständen mit orangefarbenen oder roten Härchen (Pistillen). Die Blüten enthalten Trichome, winzige Drüsen, die das Harz produzieren, in dem Cannabinoide wie THC und CBD gespeichert sind. Buds werden nach der Ernte getrocknet und ausgehärtet, um das Aroma zu verbessern und Schimmelbildung zu verhindern. Sie können geraucht, verdampft oder zur Herstellung von Konzentraten und Edibles verwendet werden [11].
C
Cannabis ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Cannabaceae mit den Arten Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Cannabis Ruderalis. Die Pflanze enthält über 100 Cannabinoide, darunter THC und CBD, sowie Terpene, die das Aroma bestimmen. Cannabis wird weltweit sowohl medizinisch als auch zu Freizeitzwecken verwendet. Die Pflanze hat eine lange Geschichte als Nutzpflanze für Fasern (Hanf), Nahrung (Hanfsamen) und Medizin. Je nach Sorte und Anbaumethode können die Blüten unterschiedliche Cannabinoid- und Terpenprofile aufweisen. In Deutschland ist medizinisches Cannabis verschreibungsfähig [1], [5], [12].
Cannabisblüten sind die harzreichen Teile der Cannabispflanze, die hauptsächlich an weiblichen Pflanzen wachsen. Sie enthalten die höchste Konzentration an Cannabinoiden und Terpenen und sind daher der wertvollste Teil der Pflanze. Die Blüten bestehen aus Kelchblättern, Blütenstempeln (Pistillen) und Trichomen. Trichome sind winzige harzgefüllte Drüsen, die Cannabinoide wie THC und CBD sowie aromatische Terpene produzieren. Cannabisblüten können nach der Ernte getrocknet, ausgehärtet und für verschiedene Konsumformen verwendet werden, darunter Inhalation (Rauchen, Vaporisieren) und Extraktion zu Konzentraten [9].
Cannabidiol (CBD) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid der Cannabispflanze. Es interagiert mit dem Endocannabinoid-System des Körpers, ohne eine berauschende Wirkung zu erzeugen. CBD wird aus Hanf oder Cannabis extrahiert und in verschiedenen Produkten verwendet, darunter Öle, Kapseln, Cremes und Edibles. Es gibt verschiedene Extraktionsmethoden, darunter CO₂-Extraktion und Ethanol-Extraktion, um reines CBD oder Vollspektrum-Extrakte zu gewinnen [12].
Cannabigerol (CBG) ist ein weniger bekanntes Cannabinoid, das als Vorläufer für THC, CBD und andere Cannabinoide dient. Es wird während der Wachstumsphase in CBGA (Cannabigerolsäure) umgewandelt und dann zu anderen Cannabinoiden synthetisiert. Aufgrund seiner Rolle als „Mutter aller Cannabinoide“ ist CBG in reifen Cannabisblüten meist nur in geringen Mengen vorhanden. Durch selektive Züchtung und frühe Ernte lassen sich jedoch höhere CBG-Konzentrationen erzielen. CBG wird zunehmend in Ölen und anderen Produkten verwendet und gewinnt in der Forschung an Bedeutung [12].
Cannabinol (CBN) ist ein Cannabinoid, das durch den Abbau von THC entsteht, wenn Cannabis altert oder UV-Licht ausgesetzt wird. Es hat eine milde psychoaktive Wirkung, die jedoch deutlich schwächer ist als bei THC. CBN kommt in frischen Blüten kaum vor, reichert sich jedoch in gealtertem Cannabis an. Es wird in Konzentraten, Ölen und Kapseln verwendet. Da es durch Oxidation von THC entsteht, haben CBN-reiche Produkte oft einen etwas anderen Geschmack und eine andere Wirkung als frische Blüten. CBN wird zunehmend in der Forschung untersucht [12].
Cannabis-Extrakte sind hochkonzentrierte Produkte, die Cannabinoide und Terpene aus der Cannabispflanze enthalten. Sie werden durch verschiedene Methoden gewonnen, darunter CO₂-Extraktion, Ethanol-Extraktion und Butan-Extraktion. Es gibt unterschiedliche Arten von Extrakten wie Öle, Wachse, Shatter, Budder und Live Resin. Diese unterscheiden sich in Konsistenz, Reinheit und Anwendungsform. Cannabis-Extrakte werden häufig in Vaporizern, als Tinkturen oder zur Herstellung von Edibles verwendet. Sie bieten eine präzise Dosierung und sind in unterschiedlichen Konzentrationen erhältlich [6][9].
Cannabis Indica ist eine Art der Cannabispflanze, die für ihren kompakten Wuchs mit breiten, dunkelgrünen Blättern bekannt ist. Sie stammt ursprünglich aus dem Hindukusch-Gebirge und hat sich an raues Klima angepasst. Indica-Sorten haben in der Regel eine kürzere Blütezeit und produzieren dichte, harzreiche Blüten. Sie enthalten häufig hohe Konzentrationen an Cannabinoiden und Terpenen, die intensive Aromen erzeugen. Cannabis Indica wird oft indoor angebaut, da ihre kompakte Größe und schnelle Reife ideal für kontrollierte Umgebungen sind [1].
Cannabis Öl ist ein flüssiges Extrakt, das aus den Blüten und Blättern der Cannabispflanze gewonnen wird. Es enthält Cannabinoide wie THC, CBD oder CBG, abhängig von der verwendeten Sorte und der Extraktionsmethode. Cannabis Öl wird häufig durch CO₂- oder Ethanol-Extraktion hergestellt, um eine hohe Reinheit und Potenz zu gewährleisten. Es kann sublingual eingenommen, in Speisen gemischt oder topisch angewendet werden. In Deutschland ist nur CBD-Öl mit weniger als 0,2 % THC frei verkäuflich. Cannabis Öl gibt es als Vollspektrum-, Breitspektrum- und Isolat-Variante [12].
Cannabis Resin ist das Harz der Cannabispflanze, das in den Trichomen auf Blüten und Blättern produziert wird. Es enthält eine hohe Konzentration an Cannabinoiden und Terpenen und ist die Grundlage für Produkte wie Haschisch und Konzentrate. Das Harz wird durch mechanische Trennung (z. B. durch Sieben) oder durch chemische Extraktion (z. B. mit Lösungsmitteln) gewonnen. Resin variiert in Farbe und Konsistenz, von zähflüssigem Öl bis zu festem Harzblock. Es wird häufig in Vaporizern oder zum Dabbing verwendet und ist für seine hohe Potenz bekannt [9].
Ein Cannabis Rezept ist eine ärztliche Verschreibung für medizinisches Cannabis, das in Deutschland seit 2017 legal bei bestimmten Erkrankungen eingesetzt werden kann. Ärzte dürfen Blüten, Extrakte oder Fertigarzneimittel wie Sativex und Dronabinol verschreiben. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist möglich, wenn eine ärztliche Begründung vorliegt. Das Rezept kann in Apotheken eingelöst werden, die medizinisches Cannabis aus kontrolliertem Anbau führen [7].
Cannabis Sativa ist eine der Hauptarten der Cannabispflanze, bekannt für ihren hohen Wuchs und schmale, lange Blätter. Ursprünglich aus tropischen Regionen wie Südostasien und Afrika stammend, hat sie sich an warme Klimazonen angepasst. Sativa-Pflanzen haben in der Regel eine längere Blütezeit und produzieren harzige Blüten mit komplexen Terpenprofilen. Sie enthalten oft höhere Konzentrationen an Terpenen wie Limonen und Pinene, die für zitrusartige und kiefernartige Aromen verantwortlich sind. Sativa-Sorten eignen sich gut für Outdoor-Anbau aufgrund ihrer Höhe und Widerstandsfähigkeit [1].
Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die in der Cannabispflanze vorkommen und mit dem Endocannabinoid-System des menschlichen Körpers interagieren. Es gibt über 100 bekannte Cannabinoide, darunter THC (Tetrahydrocannabinol), CBD (Cannabidiol), CBG (Cannabigerol) und CBN (Cannabinol). Sie binden an CB1- und CB2-Rezeptoren im Nervensystem und Immunsystem. Während THC psychoaktiv ist, sind die meisten anderen Cannabinoide nicht berauschend. Cannabinoide werden in Form von Ölen, Kapseln, Edibles und Konzentraten verwendet. Ihre Extraktion erfolgt durch CO₂- oder Ethanol-Extraktion [5].
Cannabisblüten sind die harzreichen, weiblichen Blütenstände der Cannabispflanze, die die höchste Konzentration an Cannabinoiden und Terpenen enthalten. Sie bestehen aus Kelchblättern, Blütenstempeln (Pistillen) und Trichomen, die das Harz mit Cannabinoiden und aromatischen Terpenen produzieren. Die Blüten werden nach der Ernte getrocknet und ausgehärtet, um Schimmelbildung zu verhindern und das Aroma zu verbessern. Sie können geraucht, verdampft oder zu Extrakten und Edibles weiterverarbeitet werden. Je nach Genetik und Anbaumethode variiert der Cannabinoidgehalt erheblich [9].
Ein Cannabis Rezept Online ermöglicht es Patienten, nach einer telemedizinischen Konsultation ein Rezept für medizinisches Cannabis zu erhalten. Dies erfolgt über spezialisierte Plattformen, auf denen Ärzte nach einer ausführlichen Anamnese und Prüfung der Indikation eine Verschreibung ausstellen können. Voraussetzung ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei der andere Therapien nicht ausreichend wirken. Das Rezept kann digital oder postalisch an den Patienten gesendet und in Apotheken eingelöst werden. In Deutschland unterliegt auch die Online-Verschreibung den Richtlinien des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) [7].
Cannabis Therapie bezeichnet die medizinische Anwendung von Cannabis zur Unterstützung bei bestimmten gesundheitlichen Beschwerden. In Deutschland dürfen Ärzte Cannabisblüten, -extrakte und Fertigarzneimittel verschreiben. Typische Anwendungsgebiete sind chronische Schmerzen, Multiple Sklerose und Übelkeit bei Chemotherapie. Die Therapie erfolgt individuell angepasst, abhängig von der Sorte, dem Cannabinoidprofil und der Applikationsform. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist nach ärztlicher Begründung möglich [7], [12].
D
Decarboxylierung ist ein chemischer Prozess, bei dem Cannabinoidsäuren durch Erhitzen in ihre aktiven Formen umgewandelt werden. Beispielsweise wird THCA (Tetrahydrocannabinolsäure) in psychoaktives THC und CBDA (Cannabidiolsäure) in CBD umgewandelt. Dies geschieht bei Temperaturen zwischen 100 und 140 Grad Celsius. Der Prozess findet beim Rauchen oder Vaporisieren automatisch statt, kann aber auch im Backofen für die Herstellung von Edibles durchgeführt werden. Eine unvollständige Decarboxylierung führt zu geringerer Potenz, da die Cannabinoidsäuren nicht psychoaktiv sind [8].
Die Dosierung von Cannabis hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter Körpergewicht, Stoffwechsel, Toleranz und Applikationsform. Es wird empfohlen, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese schrittweise zu erhöhen, um die individuell optimale Menge zu finden. Orale Produkte wie Edibles und Kapseln haben eine längere Wirkungsdauer, während Inhalation eine schnellere Aufnahme ermöglicht. Da die Wirkung je nach Cannabinoidgehalt und Terpenprofil variiert, sollte die Dosierung bei jeder neuen Sorte angepasst werden. Eine ärztliche Beratung wird bei medizinischem Cannabis empfohlen [6], [12].
Dronabinol ist der internationale Freiname für synthetisches Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), das in Deutschland als Arzneimittel zugelassen ist. Es wird zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie, Appetitlosigkeit bei AIDS- und Krebspatienten sowie bei chronischen Schmerzen eingesetzt. Dronabinol ist in Form von Tropfen oder Kapseln erhältlich und wird oral eingenommen. Es interagiert mit den CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem. Ärzte können es auf Betäubungsmittelrezept verschreiben, und eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist möglich. Die Dosierung erfolgt individuell und wird schrittweise angepasst [12].
E
Edibles sind Lebensmittel, die mit Cannabisextrakten angereichert sind, darunter Gummibärchen, Schokolade, Kekse und Getränke. Sie enthalten THC, CBD oder andere Cannabinoide und bieten eine diskrete Einnahmeform. Edibles wirken langsamer als inhalierte Cannabisprodukte, da die Cannabinoide zuerst im Verdauungstrakt und in der Leber metabolisiert werden müssen. Die Wirkung tritt in der Regel nach 30 Minuten bis 2 Stunden ein und kann 4 bis 8 Stunden anhalten. Da die Dosierung stark variiert, wird empfohlen, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und schrittweise zu erhöhen. Edibles sind besonders beliebt in Regionen mit legalem Cannabis [12].
Das Endocannabinoid System (ECS) ist ein körpereigenes Netzwerk aus Rezeptoren, Endocannabinoiden und Enzymen, das viele physiologische Prozesse reguliert. Es besteht aus CB1-Rezeptoren, die vorwiegend im zentralen Nervensystem vorkommen, und CB2-Rezeptoren, die hauptsächlich im Immunsystem zu finden sind. Endocannabinoide wie Anandamid und 2-AG binden an diese Rezeptoren und beeinflussen Funktionen wie Schmerzempfinden, Stimmung, Schlaf und Appetit. Phytocannabinoide aus der Cannabispflanze, wie THC und CBD, interagieren ebenfalls mit dem ECS. Das ECS spielt eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung der Homöostase im Körper [5].
Der Entourage Effekt beschreibt das Phänomen, dass Cannabinoide, Terpene und Flavonoide in der Cannabispflanze synergistisch zusammenwirken und dadurch eine intensivere Wirkung erzielen als isolierte Cannabinoide. Dies bedeutet, dass das Zusammenspiel von THC, CBD und anderen Cannabinoiden sowie Terpenen wie Limonen und Myrcen die Wirksamkeit und das Aroma beeinflusst. Vollspektrum- und Breitspektrum-Extrakte enthalten eine Vielzahl dieser Verbindungen und nutzen den Entourage Effekt optimal aus. Diese Theorie wird durch wissenschaftliche Studien unterstützt, die zeigen, dass Terpene die Wirkung von Cannabinoiden modulieren können [3], [4].
Epidiolex ist das erste von der FDA und der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassene Arzneimittel auf CBD-Basis zur Behandlung seltener Formen von Epilepsie, darunter das Lennox-Gastaut-Syndrom und das Dravet-Syndrom. Es enthält gereinigtes Cannabidiol (CBD) und enthält kein THC. Epidiolex wird als orale Lösung verabreicht. Die Dosierung erfolgt individuell nach ärztlicher Anweisung und hängt vom Körpergewicht und der Schwere der Erkrankung ab. Klinische Studien haben gezeigt, dass Epidiolex die Häufigkeit epileptischer Anfälle signifikant reduzieren kann [13].
Extraktion ist der Prozess, bei dem Cannabinoide und Terpene aus der Cannabispflanze gewonnen werden, um konzentrierte Produkte wie Öle, Wachse und Tinkturen herzustellen. Es gibt verschiedene Methoden, darunter CO₂-Extraktion, Ethanol-Extraktion und Butan-Extraktion. CO₂-Extraktion gilt als besonders sicher und effektiv, da sie keine Lösungsmittelrückstände hinterlässt. Ethanol-Extraktion ist kostengünstig und eignet sich gut für Vollspektrum-Extrakte. Butan-Extraktion wird für hochpotente Konzentrate wie BHO (Butane Hash Oil) verwendet. Nach der Extraktion werden die Produkte gereinigt und auf Qualität und Reinheit getestet [6].
F
Flavonoide sind natürliche Pflanzenstoffe, die in Cannabis und vielen anderen Pflanzen vorkommen. Sie sind für die Farbe der Blüten verantwortlich und tragen zum Aroma und Geschmack bei. In Cannabis gibt es etwa 20 bekannte Flavonoide, darunter Cannflavin A und B, Apigenin und Quercetin. Flavonoide arbeiten mit Cannabinoiden und Terpenen zusammen und tragen zum Entourage Effekt bei. Sie haben antioxidative Eigenschaften und schützen die Pflanze vor UV-Strahlung und Schädlingen. In Konzentraten und Extrakten bleiben Flavonoide meist erhalten und beeinflussen das Aroma des Endprodukts [5].
Full Spectrum beschreibt Cannabisextrakte, die das vollständige Pflanzenprofil mit allen natürlichen Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden enthalten. Im Gegensatz zu Isolaten, die nur ein spezifisches Cannabinoid wie CBD oder THC enthalten, bieten Vollspektrum-Extrakte ein breites Spektrum an Phytochemikalien. Dies fördert den Entourage Effekt, bei dem die Verbindungen synergistisch zusammenwirken. Vollspektrum-Extrakte enthalten in der Regel auch geringe Mengen an THC (in der EU unter 0,2 %). Sie sind in Form von Ölen, Tinkturen und Konzentraten erhältlich und besonders beliebt wegen ihrer natürlichen Zusammensetzung [3].
G
Genetik beschreibt die erblichen Eigenschaften einer Cannabissorte, die deren Wachstum, Aroma, Cannabinoidgehalt und Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge beeinflussen. Sie wird durch die Kreuzung verschiedener Cannabissorten gezielt entwickelt. Es gibt reine Sativa-, Indica- und Ruderalis-Genetiken sowie Hybriden mit gemischten Merkmalen. Die genetische Stabilität einer Sorte wird durch Inzuchtlinien (IBL) erreicht. Landrassen sind ursprüngliche, unveränderte Sorten aus spezifischen Regionen mit einzigartigen Terpen- und Cannabinoidprofilen. Genetik spielt eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung neuer Sorten für medizinische und freizeitliche Anwendungen [2].
Germination bezeichnet den Prozess, bei dem ein Cannabissamen zu keimen beginnt und eine Pflanze heranwächst. Dies ist der erste Schritt im Lebenszyklus der Cannabispflanze. Keimung erfordert Wärme, Feuchtigkeit und Dunkelheit. Es gibt verschiedene Methoden, darunter die Verwendung von feuchten Papiertüchern, direktem Einpflanzen in Erde oder die Verwendung von Keimboxen. Der Samen bricht auf, und der Embryo entwickelt eine Wurzel (Radicula), die nach unten wächst, während der Spross nach oben wächst. Nach erfolgreicher Keimung bildet sich der Sämling mit den ersten Keimblättern (Kotyledonen) [2].
Gorilla Glue, auch bekannt als GG4 oder Original Glue, ist eine beliebte Hybrid-Cannabissorte, die aus der Kreuzung von Chem’s Sister, Sour Dubb und Chocolate Diesel entstanden ist. Sie ist bekannt für ihre extrem klebrigen Harzdrüsen, die das Mahlen der Blüten erschweren – daher der Name „Glue“ (Kleber). Gorilla Glue zeichnet sich durch dichte, harzreiche Blüten mit einem intensiven Aroma aus, das erdige und schokoladige Noten mit einem Hauch von Diesel vereint [14].
„Gras“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für getrocknete Cannabisblüten, die zur Inhalation oder Verdampfung verwendet werden. Der Begriff wird vor allem im Freizeitkonsum verwendet und bezieht sich auf die harzreichen Blütenstände der weiblichen Cannabispflanze, die hohe Konzentrationen an Cannabinoiden und Terpenen enthalten. Gras kann nach der Ernte getrocknet und ausgehärtet werden, um das Aroma und die Wirkung zu verbessern. Es gibt verschiedene Konsumformen, darunter Rauchen in Joints, Bongs oder Vaporizern. Die Qualität von Gras hängt von der Anbaumethode und der Genetik der Sorte ab [1].
Ein Grinder ist ein mechanisches Werkzeug zum Zerkleinern von Cannabisblüten, um eine gleichmäßige Konsistenz für die Inhalation zu erreichen. Es besteht meist aus Metall oder Kunststoff und hat mehrere Kammern mit scharfen Zähnen, die die Blüten effektiv zerkleinern. Einige Grinder haben eine zusätzliche Kammer zum Sammeln von Kief, dem feinen Harzpulver aus den Trichomen. Grinder sind in verschiedenen Größen und Designs erhältlich, von einfachen Ein-Kammer-Grindern bis hin zu Vier-Kammer-Modellen mit Magnetverschluss und Sieben. Sie erleichtern das gleichmäßige Abbrennen und die effiziente Nutzung von Cannabis [14].
H
Haschisch, auch als „Hash“ bekannt, ist ein konzentriertes Cannabisprodukt, das aus dem Harz der Cannabispflanze hergestellt wird. Es wird durch das Trennen und Pressen von Trichomen gewonnen, die reich an Cannabinoiden und Terpenen sind. Die Farbe und Konsistenz von Haschisch variieren je nach Herstellungsverfahren und Sorte – von krümeligem, hellbraunem „Dry Sift“ bis zu dunklem, klebrigem „Bubble Hash“. Es kann geraucht, verdampft oder zur Herstellung von Edibles verwendet werden. Traditionell wird Haschisch in Regionen wie Marokko, Afghanistan und Nepal produziert und weltweit exportiert [9].
Hanf ist eine Varietät der Cannabispflanze mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,2 % und wird hauptsächlich für industrielle Zwecke genutzt. Er wird zur Herstellung von Fasern, Textilien, Papier, Baustoffen und Lebensmitteln wie Hanfsamen und Hanföl verwendet. Im Gegensatz zu THC-reichen Cannabissorten enthält Hanf hohe Mengen an CBD. Hanf ist eine umweltfreundliche Pflanze, da sie schnell wächst, wenig Wasser benötigt und den Boden verbessert. In der EU ist der Anbau von zertifiziertem Nutzhanf legal, sofern der THC-Gehalt unter dem gesetzlichen Grenzwert bleibt [1].
Hybrid Cannabissorten entstehen durch die Kreuzung von Sativa- und Indica-Pflanzen, um gewünschte Eigenschaften zu kombinieren. Es gibt Sativa-dominante, Indica-dominante und ausgewogene Hybride, die jeweils unterschiedliche Wachstumsmerkmale, Aromen und Cannabinoidprofile aufweisen. Die genetische Vielfalt ermöglicht es Züchtern, Sorten mit spezifischen Eigenschaften zu entwickeln, darunter erhöhte Erträge, kürzere Blütezeiten oder besondere Terpenprofile. Hybride werden oft gezüchtet, um den Entourage Effekt zu optimieren. Sie sind beliebt bei Konsumenten, da sie ein breites Spektrum an Aromen und Effekten bieten [2].
Hydroponik ist eine Anbaumethode, bei der Cannabis in einer Nährstofflösung ohne Erde wächst. Die Wurzeln erhalten direkt Wasser und Nährstoffe, was ein schnelleres Wachstum und höhere Erträge ermöglicht. Es gibt verschiedene Systeme, darunter Deep Water Culture (DWC), Nutrient Film Technique (NFT) und Ebb-and-Flow-Systeme. Hydroponische Systeme erfordern eine präzise Kontrolle von pH-Wert, Temperatur und Nährstoffkonzentration. Sie sind besonders in Indoor-Grow-Räumen beliebt, da sie platzsparend und effizient sind. Die Pflanzen sind weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten [2].
I
Indoor Anbau ist eine Methode, bei der Cannabis in geschlossenen Räumen unter kontrollierten Umweltbedingungen angebaut wird. Grower verwenden künstliche Beleuchtung wie LED- oder HID-Lampen, um das Wachstum zu maximieren. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation werden genau geregelt, um Schimmel und Schädlinge zu vermeiden. Diese Methode ermöglicht ganzjährige Ernten und eine präzise Kontrolle der Wachstumsphasen, von der Keimung bis zur Blüte. Indoor-Anbau erfordert jedoch höhere Investitionskosten und Energieaufwendungen. Die kompakte Größe vieler Indica-Sorten eignet sich besonders gut für Indoor Grows [2].
Isolat ist ein hochreines Cannabinoid, das keine anderen Pflanzenstoffe wie Terpene oder Flavonoide enthält. CBD-Isolat ist am weitesten verbreitet und wird durch CO₂- oder Ethanol-Extraktion hergestellt, gefolgt von einer aufwendigen Reinigung und Kristallisation. Es hat eine Reinheit von bis zu 99,9 % und liegt meist in kristalliner oder pulverförmiger Form vor. Isolate sind geschmacksneutral und eignen sich ideal zur Herstellung von Kapseln, Tinkturen, Edibles und kosmetischen Produkten. Da sie kein THC enthalten, sind sie in vielen Ländern legal und verursachen keinen psychoaktiven Effekt [12].
J
Ein Joint ist eine handgedrehte Cannabis-Zigarette, die aus gemahlenen Cannabisblüten und Zigarettenpapier besteht. Meistens wird ein Filter (Tip) verwendet, um das Rauchen angenehmer zu gestalten. In Europa ist es üblich, Tabak mit Cannabis zu mischen („Spliff“), während in Nordamerika reine Cannabis-Joints bevorzugt werden. Es gibt verschiedene Drehtechniken, von konischen „Cones“ bis zu zylindrischen Formen. Joints sind eine der beliebtesten Konsumformen für Freizeitcannabis, da sie portabel und einfach zu verwenden sind. Sie eignen sich nicht für medizinische Zwecke, da beim Verbrennen Schadstoffe entstehen [12].
K
Kief ist das feine, pulverartige Harz, das sich aus den Trichomen der Cannabisblüten löst. Es besteht aus hochkonzentrierten Cannabinoiden und Terpenen und wird beim Mahlen der Blüten mit einem Grinder gesammelt, der eine spezielle Siebkammer hat. Kief kann direkt geraucht, verdampft oder zur Herstellung von Haschisch oder Edibles verwendet werden. Es wird auch als „Pollen“ bezeichnet und hat eine stärkere Potenz als normale Blüten. Aufgrund seiner feinen Konsistenz eignet sich Kief hervorragend zum Bestäuben von Joints oder zum Mischen mit anderen Cannabiskonzentraten [9].
In Deutschland besteht die Möglichkeit, eine Kostenerstattung für medizinisches Cannabis durch die Krankenkasse zu beantragen. Dies gilt, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und andere Therapien nicht ausreichend wirksam sind. Der behandelnde Arzt muss eine ärztliche Begründung ausstellen, die den Nutzen der Cannabistherapie erklärt. Anschließend wird ein Antrag bei der Krankenkasse eingereicht. Bei Genehmigung übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Blüten, Extrakte oder Fertigarzneimittel wie Dronabinol und Sativex. Eine Ablehnung kann mit Hilfe des Arztes angefochten werden [7].
Die Kostenübernahme von medizinischem Cannabis durch die gesetzliche Krankenversicherung ist in Deutschland seit 2017 möglich. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung und die Diagnose einer schwerwiegenden Erkrankung, bei der herkömmliche Therapien nicht ausreichend wirken. Ärzte können Blüten, Extrakte oder Fertigarzneimittel verschreiben. Der Patient stellt einen Antrag bei seiner Krankenkasse, der eine ärztliche Begründung enthält. Bei Ablehnung kann Widerspruch eingelegt werden. Die Entscheidung liegt im Ermessen der Krankenkasse, und die Genehmigungsquote variiert je nach Krankenkasse und Indikation [7].
Kush bildet die Grundlage vieler Cannabis-Genetiken und prägt zahlreiche moderne Sorten. Die Pflanzen haben typische Merkmale wie kurze, buschige Wuchsform, breite Blätter und dichte, harzreiche Blüten. Kush-Sorten sind bekannt für ihre intensiven Aromen, die erdige, würzige und zitrusartige Noten kombinieren. Sie werden häufig in der Zucht verwendet, um neue Hybriden mit einzigartigen Terpenprofilen zu entwickeln. Beliebte Kush-Sorten sind OG Kush, Hindu Kush und Purple Kush. Sie eignen sich gut für Indoor-Anbau aufgrund ihrer kompakten Größe [1].
L
Limonen ist ein Terpen, das in Cannabis und Zitrusfrüchten vorkommt und für sein frisches, zitrusartiges Aroma bekannt ist. Es gehört zu den häufigsten Terpenen in Sativa-Sorten und verleiht ihnen ein fruchtiges, zitroniges Aroma. Limonen wird in der Parfümindustrie und in Reinigungsmitteln verwendet, da es antibakterielle Eigenschaften hat. In der Cannabispflanze trägt es zum Entourage Effekt bei, indem es die Wirkung anderer Cannabinoide moduliert. Es wird durch Destillation oder Extraktion aus den Harzdrüsen der Pflanze gewonnen und bleibt in Vollspektrum-Extrakten erhalten [5].
Linalool ist ein Terpen mit einem blumigen, lavendelartigen Aroma, das in vielen Cannabissorten vorkommt. Es ist auch in Lavendel, Koriander und Basilikum enthalten und wird häufig in Parfüms und ätherischen Ölen verwendet. Linalool wird durch Destillation aus den Trichomen der Cannabispflanze gewonnen und bleibt in Vollspektrum-Extrakten erhalten. Es interagiert mit dem Endocannabinoid-System und trägt zum Entourage Effekt bei. Linalool ist in Indica-Sorten häufiger anzutreffen und verleiht ihnen ihren charakteristischen blumigen Duft [5].
Live Resin ist ein hochwertiges Cannabiskonzentrat, das aus frisch geernteten, schockgefrorenen Pflanzen hergestellt wird, um das volle Terpenprofil zu bewahren. Durch das Einfrieren direkt nach der Ernte bleiben die empfindlichen Terpene und Cannabinoide erhalten, was zu einem intensiven Aroma und einer hohen Potenz führt. Das Extraktionsverfahren verwendet meist Butan oder Propan, um die Inhaltsstoffe schonend zu gewinnen. Live Resin hat eine zähflüssige, harzige Konsistenz und wird häufig in Vaporizern oder zum Dabbing verwendet. Es ist besonders beliebt bei Kennern wegen seines authentischen Aromas [6].
S
Sativex ist ein verschreibungspflichtiges Mundspray, das eine Kombination aus THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) enthält. Es wird zur Behandlung von Spastik bei Multipler Sklerose eingesetzt und ist in Deutschland zugelassen. Das Spray enthält standardisierte Extrakte aus Cannabis Sativa und ermöglicht eine genaue Dosierung durch sublinguale Anwendung. Sativex wird auf Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept) verschrieben und kann bei medizinischer Indikation von der Krankenkasse erstattet werden. Es wird unter die Zunge gesprüht und hat dadurch eine schnelle Aufnahme über die Mundschleimhaut. Nebenwirkungen sind möglich [12].
T
THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) ist das wichtigste psychoaktive Cannabinoid in Cannabis, das für die berauschende Wirkung verantwortlich ist. Es bindet an CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem und beeinflusst Stimmung, Wahrnehmung und Appetit. THC wird aus den Trichomen der Blüten extrahiert und in Form von Ölen, Edibles, Konzentraten oder Blüten konsumiert. Der THC-Gehalt variiert je nach Sorte und Anbaumethode. In Deutschland ist der Besitz von THC-haltigem Cannabis ohne ärztliche Verschreibung illegal [5], [12].
Trichome sind winzige, harzproduzierende Drüsen auf den Blüten und Blättern der Cannabispflanze. Sie enthalten die höchste Konzentration an Cannabinoiden wie THC und CBD sowie Terpenen und Flavonoiden. Es gibt verschiedene Arten von Trichomen, darunter bulböse Trichome, kapitulär-sitzende Trichome und kapitulär-stielartige Trichome. Ihre Größe und Form variieren je nach Genetik und Anbaumethode. Trichome schützen die Pflanze vor UV-Strahlung und Schädlingen. Sie werden zur Herstellung von Konzentraten wie Kief, Haschisch und Live Resin gesammelt und sind verantwortlich für das Aroma und die Potenz der Blüten [9].
V
Vaporisieren ist eine Methode zur Inhalation von Cannabis, bei der die Blüten oder Konzentrate auf eine Temperatur erhitzt werden, bei der die Cannabinoide verdampfen, ohne zu verbrennen. Dadurch entstehen weniger schädliche Nebenprodukte wie Teer und Kohlenmonoxid. Vaporizer gibt es in verschiedenen Formen, darunter tragbare Geräte und Tisch-Vaporizer. Die Temperatur kann meist individuell eingestellt werden, um spezifische Cannabinoide und Terpene gezielt zu verdampfen. Vaporisieren gilt als eine schonendere Alternative zum Rauchen, da die Wirkstoffe effizienter aufgenommen werden und der Dampf weniger reizend für die Atemwege ist [7].
Z
Zkittlez ist eine süßlich-fruchtige Indica-dominante Cannabissorte, die durch die Kreuzung von Grape Ape, Grapefruit und einer unbekannten Sativa entstanden ist. Sie zeichnet sich durch bunte, harzreiche Blüten und ein intensives Aroma aus, das an tropische Früchte und Beeren erinnert. Zkittlez hat ein komplexes Terpenprofil mit hohem Limonen- und Myrcengehalt, das den fruchtigen Geschmack und das süße Aroma verstärkt. Die Sorte hat zahlreiche Auszeichnungen bei Cannabis Cups gewonnen und ist bekannt für ihre dichten, klebrigen Blüten. Zkittlez wird sowohl für Freizeit- als auch medizinische Zwecke verwendet [14].
Referenzen
- Andre, C. M., Hausman, J.-F., & Guerriero, G. (2016). Cannabis sativa: The plant of the thousand and one molecules. Frontiers in Plant Science, 7, 19
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